Lock-Smith & Sicherheitstechnik

Geschichte des Schlosses

Abgesehen von Lösungen wie “Stein vor Höhle” und “Knoten am Zelteingang”, beide zu ihrer Zeit wohl zweckmäßig aber nicht zum Schutz dem was uns lieb und teuer ist geeignet, hat der Wunsch nach “tauglichen” Verschlüssen mit der Sorge um den persönlichem Besitz begonnen, der das überstieg was wir in den Taschen oder am Gürtel mit uns trugen.

Im folgenden habe ich einen kleinen geschichtlichen Überblick zusammengestellt den ich gern als Einleitung auf Seminaren benutzt habe.

Das erste “richtige” Schloss war das Fallriegelschloss und stammt aus dem 3. Jahrtausend vor Christus, ein erster geschichtlicher Hinweis ist die Abbildung des Gottes Shamash mit einem Schlüssel in der Hand auf einem akkadischem Siegel. Der älteste Originalfund stammt aus Ägypten und wurde auf 750 v. Chr. datiert.
Heute noch in Westafrika und Anatolien u.a. zu finden.

Das erste Hangschloss bediente sich einer Sperrfederzuhaltung und stammte aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., gefunden in der nähe von Ingolstadt.
Heute noch in Indien, Marokko und Iran u.a. zu finden.

Das Besatzungsschloss ist das erste System was “wirksame” Sicherheitsmerkmale hervorgebracht hat. Das Grundprinzip stammt vom Buntbartschlüssel ab, mit teils kunstvollen Einschnitten im Bart des Schlüssels die auf die Besatzungen im Schlosskasten abgestimmt sind. Besatzungen oder Gewirre genannt, sind Hindernisse aus Blechen oder Stäben im Drehkreis des Schlüssels. Durch das Röhmische Reich hindurch bis ins 18. und 19. Jahrhundert blieb das Besatzungsschloss der Standard im Schlossbau.

Das Bramahschloss, 1748 erfunden, war das erste Tubularschloss von seiner Funktion her. Es war führend in der Sicherheit, aber auch sehr aufwendig und teuer in der Produktion, was dazu beitrug das es als Haustürschloss im 19. Jahrhundert immer mehr durch Zuhaltungsschlösser ersetzt wurde. Im Bereich des Tresorbaus erfreute es sich weiter größter Beliebtheit.

Die Zuhaltungsschlösser wie wir sie heute noch kennen, wurden um 1300 in einfacher Bauweise bekannt. Erstmals durch Robert Barron mit zwei Zuhaltungen und einer Besatzung 1778 patentiert, dann weiterentwickelt durch Jeremiah Chupp zum modernen Chuppschloss was 1818 Patentzulassung bekam, bildet es auch heute noch die Grundlage für moderne Tresorschlösser. Die Zuhaltungsschlösser waren damals eine radikale Neuerung.

Am 22. Juli 1851 öffnete A. C. Hobbs das Schloss auf der Londoner Weltausstellung als erster in nur 25 Minuten beschädigungsfrei mit seinem selbst entwickeltem Werkzeug, dem Hobbs'schen Harken, welcher heutzutage immer noch weltweit von Schlüsseldiensten eingesetzt wird.

Die Zylinderschlösser, erfunden von Linus Yale 1865, waren die letzte große Neuerung und sind heutzutage allgegenwärtig. Ihnen liegt das Konzept der Trennung der Funktionen zugrunde. Das Schloss übernimmt die Aufgabe der Verriegelung während der Schließzylinder, austauschbar ist und die mechanische Betätigung des Schlosses und seiner Komponenten wie Riegel und Falle übernimmt und sichert.

Die Entwicklung schreitet stetig weiter und neue Technologien halten Einzug in die Welt der Schließtechnik. Zusätzlich zu neuen Materialien die eine rein gewaltsame Manipulation z.B. Ausbohren verhindern sollen sind auch immer ausgefeiltere Gewirreformen z.B. Bohrmulden- oder Bahnenschließsysteme entwickelt worden die das Nachschließen verhindern sollen. Zuletzt gibt es noch den großen Bereich der elektromechanischen oder rein elektronischen Verriegelungen, aber dazu an anderer Stelle mehr...


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Der Lock-Smith

!!! in Arbeit !!!


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Sicherheitstechnik

Hier möchte ich meine langjährige Berufserfahrung über mechanische und elektromechanische Sicherheitseinrichtungen wiedergeben.

Ich habe viele Jahre in der Sicherheitstechnik als Kundendienstmonteur gearbeitet und könnte Bände mit dem füllen was ich alltäglich gesehen habe.
Meine Hauptaufgaben in diesem Bereich waren: Absicherungen, Zusatzverriegelungen, Türöffnungen, Umbauten und Konzepterarbeitung an Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie Einzelhandelsgeschäften bis hin zu kompletten Einkaufszentren.

Eines vorweg: absolute Sicherheit gibt es nicht ! Sei es das uns durch marode Grundsubstanz keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten der Befestigung gegeben sind, sei es das der Gesetzgeber Auflagen z.B. im öffentlichen Bereich (Fluchtwegsicherung) vorgibt oder das “die andere Seite” zu schnell heraus gefunden hat wie unsere Sicherheitseinrichtungen auf anderen Wegen zu umgehen sind, es ist manchmal nicht leicht eine solide Grundsicherung herzustellen.

Selbst wenn wir alle Zugänge zu einem Einfamilienhaus zumauern, mal abgesehen davon das der Eigentümer dann auch nicht mehr ohne weiteres reinkommt, habe ich mehrfach Einbruchsschäden im Einzelhandel beseitigen dürfen wo die Einbrecher das weniger gesicherte Nachbargeschäft und die Zwischenwand als Weg zu ihrer Beute gewählt haben, ergo: auch eine Mauer ist nicht unbedingt sicher.

Was also können wir nun tun um den Einbrecher von unserem liebsten und teuersten fern zu halten?

Diese Frage zu beantworten ist nicht einfach, wenn einer wirklich rein will kommt er rein, das ist leider Fakt, ABER! keine Angst, auch wenn man es in den Medien teils spektakulär verfolgen kann, ist es immer eine Frage des Aufwands, aber dazu später mehr.

Was wir natürlich immer unterscheiden müssen ist: was wollen wir schützen, keiner wird Monate mit Planung und Hilfsmittelbeschaffung verbringen wenn er “für den nächsten Schuss” in Tante Ernas kleine Hütte einsteigen will, in der Hoffnung ein paar Euros im Sparstrumpf zu finden... aber was ist mit dem Edeljuwelier im noblen Einkaufsviertel da bedarf es in der Regel mehr als einem großem Schraubendreher um zur gewünschten Beute zu gelangen.

Am Anfang steht also immer die Planung, lassen wir mal Großobjekte außen vor und schauen uns Ein- und kleinere Mehrfamilienhäuser bzw. kleinere Einzelhandelsgeschäfte (normale, ohne erhöhten Sicherheitsbedarf wie z.B. Juweliere oder Büchsenmacher) an.

Wenn man sich die Einbruchsstatistiken anschaut stellen wir fest das es regionale Unterschiede gibt, Ballungszentren sind mehr betroffen als kleine Dörfer usw., aber es gibt auch Gemeinsamkeiten die auf die meisten Einbrecher zutreffen: Der gemeine Einbrecher ist eher Licht- und Publikumsscheu, er möchte mit möglichst geringsten Aufwand in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Beute machen die er möglichst unkompliziert und schnell zu Geld machen kann.

Soweit so gut... was können wir nun tun ???

Ohne Geld auszugeben:
Auf jeder Polizeilichen Beratungswebseite oder Broschüre sind einfache aber elementar wichtige Maßnahmen beschrieben, die wichtigsten sind: Fenster nicht unbeaufsichtigt gekippt oder gar offen lassen (ebenerdig und in erreichbaren Obergeschossen!), Türen immer abschließen !!! (Merksatz: eine nicht abgeschlossene Tür ist eine offene Tür!), Schlüssel nicht unter Fußmatten, in Blumentöpfen oder Briefkästen dem Einbrecher bereitlegen (wer so dumm ist, dem ist nicht zu helfen), Werkzeugschuppen oder Garagen abschließen (wenn der Einbrecher einbrechen will soll er gefälligst sein eigenes Werkzeug mitbringen :), Aufstiegshilfen wie z.B. Leitern, Gartenmöbel, Mülltonnen möglichst sichern, wenn es baulich möglich ist: uneinsichtige Neben- oder Terrasseneingänge und Fenster vermeiden z.B. Büsche oder Sträucher beschneiden, Außensteckdosen abschalten wenn sie nicht benötigt werden.

Maßnahmen die Geld kosten:
Aus meiner beruflichen Erfahrung möchten die meisten Kunden ein Höchstmaß an Sicherheit haben aber ohne das man etwas davon sieht. Aber, ist das auch geschickt? einem Mieter ist das meist wurscht, soll doch der Vermieter neue Fenster einbauen lassen... Aber was ist mit dem Eigenheimbesitzer? jetzt hat er für viel Geld seine Fenster vom Tischler mit sicheren Pilzkopf-Zapfen nachrüsten lassen... dann kam der Einbrecher und hat versucht einzusteigen... er ist zwar nicht rein gekommen aber dafür ist das Fenster jetzt hin... die meisten Versicherungen schauen sich das zwei oder gar drei mal an dann flattert die Kündigung ins Haus... und nun??? hoffen das der Einbrecher nicht noch einmal wieder kommt ?

Die geschicktere Lösung ist nach meiner Erfahrung eine Mischung aus solider mechanischer Grundsicherung und Abschreckung!

Uneinsichtige und/oder im dunklen gelegene Fenster, Nebeneingänge oder Terrasseneingänge und ähnliche Schwachstellen sind eine Einladung für jeden Einbrecher! Durch Bewegungsmelder gesteuerte Lichter oder Scheinwerfer die der Einbrecher nicht “mal eben” abschalten oder zerstören kann können solche Schwachstellen entschärft werden.
Ein Kellereingang der nur zwei mal im Jahr für die Gartenmöbel genutzt wird ist schnell und günstig mit festen Riegeln von innen gesichert, da muss es nicht immer ein teurer Panzerriegel sein, bleibt nur die Gefahr das der Einbrecher erst einmal die Tür beschädigt bis er merkt das er hier nicht reinkommt.
Die Terrassentür als Hebeschiebetürausführung ist nicht einfach und kostengünstig mit zertifizierten Zusatzverriegelungen abzusichern, eine günstige alternative Absicherung ist ein Holzbalken der in der richtigen Länge abgesägt und auf die Laufschiene gelegt das unbefugte öffnen von außen verhindert, jetzt noch auffällig lackiert so das der Einbrecher die Absicherung sieht haben wir eine Absicherung mit abschreckender Wirkung.
Das Kellerfenster mit Lichtschacht: eine Kasemattensicherung, das heißt auf dem Lichtschacht wird ein Trittgitter eingelassen und mit Ketten nach unten gesichert. Ist eine gute Sache (Absicherung und Abschreckung) aber was machen wir wenn der Lichtschacht aus dünnem Kunststoff besteht, wie soll die Kette vernünftig befestigt werden? Abhilfe kann eine verankerte Teleskopstange direkt hinter dem Kellerfenster schaffen.

Kurz gesagt: es gibt keine Patentlösung die immer richtig ist, jedes Objekt muss individuell betrachtet werden, kann dann geplant und anschließend abgesichert werde.

Als vorteilhaft hat sich folgende Prioritätenliste herausgestellt.

Solide mechanische Grundsicherung und Abschreckung:
gute, massive Grundschlösser mit passenden Schließblechen am besten massiv verankert im Mauerwerk, Beschläge mit Schließzylinderschutz gegen aufbohren und herausziehen, besser sind Mehrfachverriegelungen mit Bandseitensicherung oder Quer- bzw. Panzerriegel (Voraussetzung: die Tür ist stabil). Danach kann man das ganze mit Bewegungsmelder gesteuerten Lichtquellen, Einbruchmeldeanlagen und Überwachungssystemen abrunden.

Alternativ kann man auch komfortablere Lösungen in Betracht ziehen:
Rein mechanische Grundschlösser und Mehrfachverriegelungen gibt es auch als selbst verriegelnde Ausführung, das heißt durch betätigen der Klinke oder aufsperren mit dem Schlüssel (also beim öffnen der Tür) wird ein Federmechanismus gespannt und sobalt die Tür geschlossen wird fährt der Riegel automatisch aus und verriegelt die Tür als hätte man zwei mal abgeschlossen, auch als SVP-Schloss (Selbst-Verriegelndes-Panik-Schloss) bekannt.

Das selbe gibt es auch als elektronisch gesteuertes Schloss, ist zwar kosten intensiver hat aber auch große Vorteile. Diese Motorschlösser werden durch eine Steuerung bedient und überwacht, neben der reinen Steuerung können wir zahlreiche Rückmeldungen abfragen und auswerten, außerdem ist man nicht mehr an herkömmliche Schlüssel gebunden...

Beispiele:
Wir haben einen größeren Komplex (Bürogebäude, Ärztehaus, Einkaufszentrum o.ä.) wir können dem Schloss sagen entriegele Wochentags außer Feiertags um 6.45 Uhr und verriegele wieder um 18.05 Uhr, in diesem Zeitraum kann man die Tür einfach aufdrücken, außerhalb dieser Zeit können Berechtigte natürlich mit einem Schlüssel die Tür öffnen...

nun möchten wir nicht jedem der Mitarbeiter einen Schlüssel der teuren Schließanlage anvertrauen und montieren neben der Tür einen Kartenleser oder ein Tastenfeld das nach Eingabe die Tür freigibt... oder wir haben einen erhöhten Sicherheitsbedarf, die Steuerung ist mit der Einbruchmeldeanlagen gekoppelt, wir bestimmen neben den Zugangszeiten der einzelnen Berechtigten (die Putzfrau darf ab 6.00 Uhr rein, die Bürokräfte ab 9.00 Uhr, die Lagermitarteiter ab 8.00 Uhr und die Abteilungsleiter rund um die Uhr) auch die maximale Öffnungszeit der Tür, das heißt wenn die Tür länger als z.B. 23 Sekunden offen steht bekommt der Empfang eine Meldung < Tür xy offen >...

ohne zusätzliche bauliche Maßnahmen können Zustände wie Tür auf oder zu, verriegelt oder nicht, Klinke benutzt oder Zylinder benutzt abgefragt und auswertet werden.
Als günstigere Alternative können bestehende Schlösser mit Motorzylindern oder Elektronikzylindern nachgerüstet werden, die in etwas einfacherer Form, ohne einen Teil der oben beschriebenen Rückmeldungen, fast den selben Komfort bieten können.

All dieses kann individuell kombiniert werden und mittlerweile auch über ein Smartphone gesteuert werden.

Abschließend möchte ich allen, die mit dem Gedanken spielen etwas zu verändern ans Herz legen:
informiert euch vorher (analysieren, planen und dann montieren)... wenn man nicht gerade jemanden (vertrauenswürdigen) kennt, immer daran denken in der Sicherheitsbranche gibt es auch “schwarze Schafe”, auf der Polizeiwebseite gibt es einen Link zur Beratungsstelle der KriPo und ein Verzeichnis von Handwerksbetrieben die Seriös sein sollten... vergleichen lohnt sich immer.


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