Gold & Silver-Smith


Der Gold- und Silberschmied

Traditionell unterscheiden sich die Berufsbezeichnungen des Gold- und Silberschmiedes...
während sich der Goldschmied vorwiegend mit dem Entwurf und der Herstellung von Schmuckgegenständen aus Edelmetallen und Schmucksteinen beschäftigt, findet der Silberschmied hauptsächlich mit dem Entwurf und der Herstellung von Gebrauchsgegenständen aus Silber und seinen Legierungen seine Aufgabe.

Wie bei fast allen Berufen haben sich auch beim Gold- und Silberschmied Spezialisierungen entwickelt (Schmucksteinfasser, Gravuer u.v.m.).

Meine ersten Erfahrungen als Silberschmied habe ich kurz nach der Schlosser-Lehre gemacht, als ein Freund mit dem kaputten Ring seiner Freundin zu mir kam. Der Ring war an der Lötnaht aufgegangen und ich griff kurzerhand zu Bunsenbrenner und Hartlot...
aus heutiger Sicht hatte ich mehr Glück als Verstand denn der Ring war “nur” Modeschmuck und ich hatte viel Glück das der Ring bei der Reparatur nicht zerstört wurde.

Als in den Jahren darauf immer häufiger mal ein Freund/in oder Bekannter/te zu mir mit einem kaputten Schmuckstück kam nahm das Schicksal seinen lauf und mein unwissendes Glück verließ mich... der Supergau, ein zarter und filigraner Ring aus Silber... beim versuch ihn zu löten schmolz er zu einem unansehnlichem Klumpen...

naja, was konnte ich tun um meine Ehre zu retten... ich besorgte Silberblech, kramte aus Opas Erbe die alte Laubsäge und ein paar alte Schlüsselfeilen aus der Ecke und drei Versuche später hatte ich einen “ersatz” Ring zu stande gebracht der die gröbsten Wogen geglättet hat.

Danach legte ich mir meine ersten Fachkundebücher und meine erste Grundausstattung (mehr oder weniger) anständiges Werkzeug zu.

Mit den Jahren hat das immer wieder aufflammende Interesse an der Schmuckarbeit dazu geführt das mein Fundus an Werkzeugen und Maschinen immer weiter wuchs, vieles habe ich gekauft aber gerade bei den Maschinen, die teils nicht gerade günstig waren oder sind, hat mich nach der Anschaffung irgendwas gestört. Meistens waren es Kleinigkeiten die mich im Umgang störten, also begann ich die Werkzeuge und Maschinen anzupassen und nach meinen Bedürfnissen umzubauen...


zum Seitenanfang

Mokume

Mokume-Gane (jap. 木目金), ist eine Schmiedetechnik, die ihren Ursprung in Japan im 1600ten Jahrhundert hat.

Der Name charakterisiert das typische Aussehen der Schmiedeteile. Mokume (木目), wörtlich “Holzaugen”, bedeutet “Holzmaserung” und Gane (金) bedeutet “Metall”. Parallel dazu entstanden sind noch Itame-Gane (板目金), augenförmige Musterung und Masame-Gane (正目金), parallele Musterung.

Von der Literatur her ist der Waffenschmied Denbei Shoami (1651-1728) aus Akita (Japan) bekannt, der außergewöhnliche Arbeiten aus Stahl ebenso wie kunstvolle Verzierungen, Intarsien und Gravuren in Schwertscheiden sowie Klingen herstellte. Man weiß, daß Shoami von alten chinesischen Lacktechniken mit Linienmuster (=Guri) inspiriert wurde, bei denen Muster aus dicken Lagen von verschiedenfarbigen Lackschichten heraus graviert wurden.

Auch durch den Damaszener Stahl beeinflusst, entdeckte er, daß Nichteisen-Metall Platten sich miteinander verbinden lassen, um Muster hervorzurufen, die den Lackarbeiten ähnelten. Seine älteste Arbeit in Mokume Gane ist in dem Kizuka Schwertgriff zu sehen; er verwendete die Materialien Gold (Kin), Silber (Gin), Kupfer (Suaka) und die Legierung Shakudo. Viele der alten Samurai-Schwerter haben als Handschutz und als Schwertabschluss Mokume-Gane-Arbeiten.

Die Basis für Mokume Gane entsteht durch die (Diffusions-)Verschweißung von dünnen (0,5 bis 2 mm) Blechen/Platten verschiedener Metalle oder Legierungen mit kontrastierenden Farben, ohne Lot und Flussmittel. Für Schmuckzwecke sind zwischen 8 und 20 Schichten gut geeignet. Es müssen Metalle sein, die hinsichtlich ihrer metallurgischen und verarbeitungstechnischen Eigenschaften (Schmelzpunkt, Härte, Duktilität= Dehnbarkeit) vergleichbar sind.

Die Diffusion erfolgt durch Hitze und Druck, wodurch eine Bewegung und Vermischung der Metallmoleküle an den Korngrenzen der Berührungsflächen hervorgerufen wird; es entsteht eine neue molekulare Kristallstruktur, eine blockartige Masse.

Charakteristisch für den Verschweißungsprozeß ist die Tatsache, daß die “Aufschmelzung” bei einer Temperatur vonstatten geht, die wenig unter dem Schmelzpunktintervall der Metalle/Legierungen liegt. In manchen Fällen, wie bei Silber und Kupfer, kommt es zu einer eutektischen Legierung aus den beiden Metallen, wodurch die Diffusionstemperatur sinkt. Die typographischen Muster werden in der Weiterverarbeitung durch unterschiedliche Methoden eingebracht. Benutzt werden können Fräser, Stichel, Bohrer, Stempel, Meißel; auch die Techniken der Gravierung, Ätzung, Färbung, Stanzung, Ziselieren können angewendet werden. Mokume Gane eignet sich ebenso als Untergrund für Einlegearbeiten oder für Tauschierungen mit Metall und natürlich Schmuck.

Traditionelle Legierungen sind unter anderem:

Shakudo
Legierung aus 2 bis 7 % Gold und Kupfer

Shibuichi
Legierung aus 5 bis 25 % Silber und Kupfer


zum Seitenanfang